ytong aussenaufnahme

Aus eigener Kraft

Etwas selbst herzustellen macht nicht nur Spaß, es entstehen dabei auch Unikate, auf die man zu Recht stolz sein kann. Besonders, wenn das Ergebnis so ein durchgestyltes Haus ist wie das von Sonja und Martin Flender.
Fotos: Ytong Bausatzhaus; Text: Claudia Schönberner

Do-it-yourself“ ist ein Trend, der sich nicht nur auf das Nachhäkeln farbenfroher Mützen beschränkt. Vom Verschönern kahler Wände über das Aufarbeiten alter Möbel bis hin zum Verlegen der Böden: Immer mehr eifrige Selbermacher trauen sich auch an die eigenen vier Wände. Aber ein komplettes Haus selbst bauen? Was viele sicher für eine ungewöhnliche, ja sogar unmögliche Idee halten, war für Sonja und Martin Flender eine guter Weg, sich ihr individuelles Traumhaus zu verwirklichen. Denn das Paar hatte bereits genaue Vorstellungen von seinem zukünftigen Domizil.

bauherren ytong

 

„Unser Konzept lehnt sich stilistisch an den Bauhausstil an: weiß, hell, große Fenster, gerade sachliche Formen und ein großer Luftraum im Eingangsbereich.“
Sonja und Martin Flender

 

Mit eigenen Plänen

Die ersten Hausentwürfe erstellten die beiden Liebhaber des Bauhausstils mit einer Planungssoftware am eigenen PC. „Unser Konzept lehnte sich stilistisch an das Bauhaus an: weiß, hell, große Fenster, gerade sachliche Formen und ein großer Luftraum im Eingangsbereich“, erzählt Sonja Flender. Mit den eigenen Plänen im Gepäck begaben sie sich auf die Suche nach einem passenden Baupartner. Doch keines der vielen Häuser und Bauunternehmen, die sich die Eheleute anschauten, konnte sie wirklich überzeugen. Bis sie auf das Konzept von Ytong Bausatzhaus stießen: „Alle unsere Häuser werden individuell geplant, und so war es für uns kein Problem, die Ideen des Paars aufzugreifen, weiterzuentwickeln und umzusetzen“, erklärt Diplom-Ingenieur Johannes Hermann, zuständig für die Architektur und die gesamte Projektierung bei Ytong Bausatzhaus Rhein-Sieg, einem regionalen Partner des Unternehmens. Zwinkernd fügt er hinzu: „Besonders da die moderne Bauhausarchitektur auch mein Lieblingsstil ist.“ Die wenigen Zweifel, die noch hinsichtlich des Arbeitsaufwands bestanden, konnten während des Ytong-„Bauherrentags“ in Köln, bei dem erfahrene Bauexperten die angehenden Heimwerker mit vielen Tipps ver sorgten, beseitigt werden. „Das gab mir Selbstvertrauen“, erinnert sich Martin Flender und resümiert: „Ich glaube, es gibt keinen Baustoff , der so einfach zu bearbeiten ist wie Porenbeton. Damit kann eigentlich jeder bauen.“ Eine Aussage, die auch Johannes Hermann bestätigen kann: „Schritt für Schritt wurden die Wände – natürlich immer unter Anleitung – hochgezogen und innerhalb eines Monats war der Rohbau fertiggestellt.“

Klare Strukturen

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die harte Arbeit haben sich für die junge Familie, die mittlerweile Zuwachs bekommen hat, in jeder Hinsicht gelohnt: Entstanden ist ein puristisches Gebäude mit angedockter Garage. Ins Auge fallen besonders die anthrazitfarbenen Fassadenplatten – eine Idee des Bauherrn, wie Johannes Hermann verrät. Kaum zu glauben: Auch diese hat Martin Flender in Eigenleistung angebracht. Einzig bei der Innengestaltung ließ der Bauherr Fachmänner ans Werk: „Man muss auch wissen, wo seine Grenzen liegen“, kommentiert der Familienvater lächelnd. Seine Frau ergänzt: „Alles sollte eine gewisse Großzügigkeit besitzen.“ Schon beim Betreten des Hauses wird man sich dessen bewusst: Hinter der Haustür öff net sich eine beeindruckend helle Eingangshalle, die sich bis hinauf zum Dach erstreckt. „Von hier aus wird das Licht in alle Räume gelenkt“, erklärt der Architekt. Gestalterisch gibt sie einen Vorgeschmack auf das, was die Bewohner und Gäste im Rest des Hauses erwartet. Geprägt werden die Räume von einem edlen Schwarz-Weiß-Kontrast, der sich nicht nur in der Wand- und Bodenbekleidung, sondern auch in den modernen Designermöbeln wiederfindet. Einen ungewöhnlichen, aber reizvollen Akzent zu den kühl anmutenden Hochglanzoberflächen setzen die verspielten neobarocken Kronleuchter. Die fließenden Übergänge auf beiden Etagen unterstreichen die Großzügigkeit des Grundrisses und lassen eine homogene Wohnlandschaft entstehen. Das Highlight des Obergeschosses ist das Schlafzimmer der Eltern, an das sich nahtlos das große Bad anschließt. Diese Wellnesszone ist genau der richtige Ort, an dem sich Sonja und Martin Flender vom Berufs- und manchmal auch Familienstress erholen können.

Hausdaten

Objekt: frei geplantes Architektenhaus
Entwurfsverfasser/Hersteller: Dipl.-Ing. Johannes Hermann/Ytong Bausatzhaus
Bauweise: massiv aus Porenbeton
Wohnfläche: EG ca. 88 m²; OG ca. 76 m²
Besonderheiten: Kombination aus Putz und anthrazitfarbenen Fassadenplatten, großzügiges Atrium

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