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Das Bauhaus #allesistdesign

Bauhaus

MIRO, Stars and Stripes, 2015, Stillleben (Digitaldruck), © MIRO

Das von Walter Gropius 1919 gegründete Bauhaus gilt als eine der einflussreichsten Kulturinstitutionen unserer Zeit. Wie es die Gegenwart geprägt hat, zeigt noch bis zum 28. Februar 2016 die große Ausstellung „Das Bauhaus #allesistdesign“, eine Mischung der Werke aus Vergangenheit und Moderne. Im Vitra Design Museum in Weil am Rhein sind neben Gestaltern des Bauhauses wie etwa Marianne Brandt, Marcel Breuer, Lyonel Feininger, Walter Gropius und Wassily Kandinsky auch die zeitgenössischen Künstler Olaf Nicolai, Adrian Sauer, Enzo Mari, Lord Norman Foster u. v. a. vertreten. (Aufmacher: Dokter and Misses, „Heavy Metal“, Tasse und Untertasse, 2008)

Der Untertitel der Ausstellung „#allesistdesign“ lässt es bereits erahnen: Design durchzieht unsere gesamte Lebenswelt. Seltene, teilweise nie gezeigte Exponate aus Design, Architektur, Kunst, Film und Fotografie zeigen den Einfluss der Bauhauskünstler und somit auch deren Aktualität in der heutigen Zeit. Das Berufsbild des Designers, wie ihn Walter Gropius bei der Gründung des „Staatlichen Bauhaus“ prägte, gilt nach wie vor. Sein Ziel war ein neuer Typus des Gestalters mit handwerklichen und künstlerischen Grundlagen, Kenntnissen der menschlichen Psyche, des Wahrnehmungsprozesses, der Ergonomie und der Technik. Heute fallen Schlagworte wie „Social Design“, „OpenDesign“ oder „design thinking“, der Hintergedanke ist aber der gleiche wie schon in der Vergangenheit: Designer und ihre Debatten über etwa neue Herstellungsverfahren und Materialien sollen die Gesellschaft mitgestalten.

     Bauhaus     Bauhaus

Links: Fotografie aus einer Anleitung zur Verwendung von Montage bzw. Reparaturwerkzeugen, Gebrüder Thonet, 1935, Sammlung Alexander von Vegesack, Domaine de Boisbuchet, www.boisbuchet.org, (Fotograf unbekannt)
Rechts: Reklamewerktstatt, Bauhaus Dessau, 1926 (Unbekannter Fotograf, Quelle: Bibliothek der Friedrich-Ebert Stiftung)

Die vier Themengruppen

  1. Historischer und sozialer Kontext
  2. Ikonische und weniger bekannte Designobjekte und ihre Entstehungsgeschichte
  3. Raum und verschiedene Gestalter (z. B. Bühnenkünstler, Architekten) für die Formulierung des Designverständnisses
  4. Kommunikation des Bauhauses: von Typografie in Ausstellungen über experimentelle Filmkunst und Fotografie bis zur Schaffung der Mythen und Klischees über das Bauhaus
Bauhaus

Van Bo Le-Mentzel, Hartz-IV-Möbelserie: 24-Euro- Stuhl, 2014, Foto: Cem Guenes

verdeutlichen den Bezug zwischen Bauhaus-Ära und heutiger Zeit. Gegenübergestellt werden aktuelle und historische Exponate aus digital produzierten Möbeln von Minale Maeda und Front sowie „Hartz IV-Möbel“ von Van Bo Le-Mentzel. Ebenso finden sich hier Manifeste von Hella Jongerius und Opendesk, Interviews mit Lord Norman Foster, Enzo Mari, Sauerbruch Hutton und Jason Wu, aber auch Hommagen an das Bauhaus von Designern wie Mike Meiré, Studio Miro oder Dokter and Misses. Auch das Automobildesign bei Mercedes-Benz und die von Marcel Breuer inspirierte Möbelserie Pipe von Konstantin Grcic für Muji und Thonet zeigen die weitreichenden Einflüsse des Bauhauses. Eigens für die Ausstellung beauftragt wurden vier Projekte von dem Leipziger Künstler Adrian Sauer, dem Konzeptkünstler Olaf Nicolai sowie den Architekten und Autoren Joseph Grima und Philipp Oswalt.

Alle Infos auf einen Blick

– Dauer der Ausstellung: 26. September 2015 – 28. Februar 2016
– Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr
– Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder unter 12 Jahren frei
– Adresse: Vitra Design Museum, Charles-Eames-Str. 2, 79576 Weil am Rhein
– Kontakt: 07621-7023200, info@design-museum.de
– Öffentliche Führungen: jeden Samstag, Sonntag und Feiertag um 11 Uhr
– Weitere Infos: www.design-museum.de

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