Frans Schrofer

10 Fragen an … Frans Schrofer

Der Designer Frans Schrofer lebt und arbeitet in Den Haag, Niederlande. Sein „Studio Schrofer“ gehört zu den bedeutendsten Kreativschmieden, wenn es um Interiordesign geht. Marken wie Leolux, Rolf Benz oder Natuzzi zählen zu seinen Auftraggebern. Frans Schrofers Entwürfe verströmen moderne Eleganz, haben eine ausgeklügelte Formensprache und das gewisse Etwas. (Foto und Skizzen oben: Leolux)

 

Frans Schrofer ist seit über drei Jahrzehnten in der Designwelt zu Hause. Foto: Leolux

Redaktion „casamia“: Herr Schrofer, was gefällt Ihnen am besten daran, Designer zu sein?
Frans Schrofer:
Der Schaffensprozess an sich. Es ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, eine einzigartige DNA, eine besondere Form für ein Objekt zu finden. Wenn ein Entwurf dann zum Leben erwacht, ist das natürlich auch ein aufregender Moment; zu sehen, wie die Leute reagieren. Kommt das Produkt an, hat man die Möglichkeit, eine Kollektion zu entwerfen: erst ist es ein Stuhl, dann kommt ein Sessel hinzu … Und alle stammen aus einer Familie – ein tolles Gefühl.

Ausgezeichnet mit „Red Dot Award“ und „Good Industrial Design“ 2015: Der Sessel „Caruzzo“ Foto: Leolux

Ihr Sessel „Caruzzo“, den Sie für Leolux kreiert haben, kommt sehr gut an. Welche Idee steckt hinter dem mehrfachen Preisträger?
Ich wollte etwas Altbekanntes ganz neu interpretieren. „Caruzzo“ ist eine Mischung aus Ohren- und Clubsessel, Retro-Chic und gegenwärtigem Zeitgeist. Alles sollte wie aus einem Guss wirken, Design, Komfort und Ergonomie in sich vereinen. Außerdem war mir Nachhaltigkeit wichtig, es sollte ein Sessel sein, der von Generation zu Generation weitergegeben werden kann.

Wie beschreiben Sie persönlich Ihren Stil?
Als sehr dreidimensional. Mir ist es wichtig, dass ein Möbelstück von allen Seiten spannend aussieht – genau wie eine Skulptur.

Und welcher Philosophie folgen Sie dabei?
Ich versuche, nach allen Seiten offen zu sein und zu bleiben. Meine Inspiration finde ich in der Architektur, der Natur, anderen Kulturen und vielem mehr. Aber nicht in anderen Möbeln. Ich möchte mir keine Grenzen setzen. Mein Studio ist eine Bücherei der Ideen. Manchmal kann man sie ganz schnell umsetzen, manchmal dauert es eben länger.

 Frans Schrofer

Zum eleganten Leder-Sofaprogramm „Newton“ von Koinor gehört auch ein Sessel. Designed by Frans Schrofer. Foto: Koinor

Sind Sie privat auch so ein offener Mensch?
Auf jeden Fall! Unsere Tür steht für Freunde und Bekannte immer offen. Wir essen zusammen, lachen, diskutieren … Meine Frau Sonia und ich gehen oft ins Theater, ins Musical oder zum Tanzen. Andere Menschen zu treffen, Musik oder Tanz, das sind alles Inspirationsquellen, die mich beruflich wie privat unglaublich bereichern. Und nicht zu vergessen: das Kochen. Bei mir gibt es nie das gleiche Gericht zweimal, ich mache es immer ein wenig anders.

Sie sind also auch in der Küche kreativ?
Kochen ist eins meiner größten Hobbys. Ich koche für meine Familie, meine Freunde und mein Team. Der Teamspirit ist mir sehr wichtig, darum gibt es auch jeden Donnerstag ein Überraschungsmenü. Jeder ist mal dran und überrascht die anderen mit einem leckeren Dinner. Wir sind sechs Leute, da kommen viele tolle Dinge auf den Tisch.

 Frans Schrofer

Frans Schrofer mit einem Teil seines Teams: Stephanie Khouw, Chiel Janssen und Ehefrau Sonia Sin, die ebenfalls Designerin ist. Foto: Joan van Nispen tot Sevenaer

Was muss jemand mitbringen, um gut in Ihr Team zu passen?
Derjenige muss wissbegierig sein, offen, kommunikativ und energiegeladen. Wir brauchen keine Roboter, sondern Leute mit eigenen Ideen, die das Team ergänzen und bereichern.

Welche Tipps haben Sie für Nachwuchsdesigner?
Man sollte hartnäckig sein, geduldig und auf keinen Fall eitel. Natürlich muss einem der Entwurf selbst gefallen, aber vor allem dem Kunden. Etwas wieder und wieder zu überarbeiten gehört dazu. Design ist auch ein Business, und wenn man nicht erfolgreich ist, verdient man kein Geld.

Beschreiben Sie sich selbst in drei Worten!
Ich bin Handwerker, Bildhauer und Problemlöser.

Was würden Sie machen, wenn Sie morgen frei hätten?
Erst mit meiner Frau ins Museum gehen, dann Leute einladen und uns was Leckeres kochen.

Herr Schrofer, vielen Dank für das nette Gespräch!
Mehr Infos:
www.studioschrofer.com


 

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