Elegant Embellishments

Kunst-Stücke

Schon heute eröffnet sich uns eine unglaublich vielseitige Auswahl an Baumaterialien, zu der sich stetig neue hinzugesellen. Denn es wird nicht nur fleißig an neuen – und vor allem ökologischen – Baumaterialien geforscht, es werden auch viele Materialideen wiederentdeckt oder sie bekommen eine neue Bestimmung.
Titelfoto: elegant embellishments; Text: Nina Greve

Biokunststoffe haben in den letzten Jahren große Entwicklungsfortschritte gemacht. Das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) in Stuttgart forscht zum Beispiel an einer Fassade aus frei verformbaren Kunststoff platten, die zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoff en bestehen. Ihr Fassadenmodell „ArboSkin“ wurde kürzlich vorgestellt.

Bereits auf dem Markt sind Terrassendielen, zum Beispiel von Biowert, die aus einem Werkstoff bestehen, der zu 75 Prozent aus Wiesengras gewonnen wird. Das Gras, das auf stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen wächst, dient dabei als Lieferant des Rohstoff s Zellulose, aus dem unter Beimischung von recyceltem Kunststoff ein weiterverarbeitbares Granulat entsteht. „Die Entwicklung von Biokunststoff en ist wichtig, da in absehbarer Zeit die Erdölreserven knapp werden“, erläutert Dr. Sascha Peters, Inhaber der Agentur für Material und Technologie. „Aber auch Biokunststoffe verrotten nicht am Ende ihrer Lebenszeit. Spannend ist daher ein Dämmstoff , der aus einem gewachsenen Pilzgeflecht besteht“, ergänzt der Materialexperte. „Hierfür werden Pilze auf landwirtschaftlichen Abfällen kontrolliert gezüchtet und das Wachstum unter Erwärmung auf 42 °C gestoppt. Der Pilz stirbt ab, wächst nicht weiter und kann damit keine Pilzsporen in die Wohnung bringen.“ Was klingt wie die exotische Spinnerei eines Ökotüftlers wird erfolgreich von der amerikanischen Firma Ecovative Design in Serie produziert.

Technische Textilien

Technische Textilien bestehen aus hochtechnischen Fasern, die klassisch miteinander verwebt sind. Etabliert haben sich die Gewebe bereits als Bewehrung in Beton. Glasfasern beispielsweise sind nicht nur korrosionsfrei, sie sind auch robuster, reißfester und leichter als Metall. Zudem muss der Beton dann nicht so dick sein und lässt sich in außergewöhnlichen Formen verarbeiten.

PTFE-Gewebe (Polytetrafluorethylen) sind nicht nur UV- und witterungsbeständig sowie Schmutz und Wasser abweisend, mit ihnen lassen sich auch durch spezielle Beschichtungen der Gewebefäden der Anteil des einfallenden Tageslichts, die Lichtstreuung und die Transparenz gezielt steuern. Gewebe mit zusätzlich leitfähigen Fasern wie Kupfer- oder Stahldrähte können Wärme abgeben oder als Sensoren für unsichtbaren Diebstahlschutz wirken.

 

Informative Internetseiten
Auch wenn man Materialien eigentlich in die Hand nehmen muss, macht auch schon eine Materialrecherche im Internet großen Spaß. Man sollte allerdings die richtigen Seiten dafür kennen. Bei den folgenden Materialportalen finden Laien und Profis jede Menge Informationen und Anregungen:
• www.haute-innovation.com
• www.raumprobe.de
• www.materialsgate.de

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